Category: Fußball

Mai 21

Das Wunder von Hiddestorf

Im letzten Heimspiel gegen den TV Jahn Leveste – in der Hinserie ungeschlagener Tabellenführer – gelang ein wichtiger Sieg des Davids gegen den Goliath.

Die Vorzeichen der Kreisliga-Begegnung zwischen dem SV Eintracht Hiddestorf und dem TV Jahn Leveste hätten unterschiedlicher kaum sein können. Auf der einen Seite der Gastgeber, dem das Wasser im Kampf um den Verbleib in der Kreisliga Staffel 3 bis zum Halse stand und auf der anderen Seite der TV Jahn Leveste, der seinen komfortablen Punktevorsprung aus der überragenden Hinrunde eingebüßt hatte. Mittlerweile war der TV Jahn auf den dritten Tabellenplatz abgerutscht und es bedurfte eines Sieges, wollte man es in der eigenen Hand haben, zumindest den zweiten Tabellenplatz und die damit verbundene Aufstiegsrelegation zu sichern.

Die vermeintliche Aufholjagd der gastgebenden Eintracht verpuffte am vorangegangenen Sonntag, als man mit 0:3 beim SV Weetzen verlor und zudem Verhaltensweisen an den Tag legte, die man zuletzt in der indiskutablen Hinrunde sah. Insofern geriet man durch den Sieg der Reserve Barsinghausens wieder in akute Abstiegsnot und stand vor Anpfiff der Partie unter dem Strich. Leveste hingegen hatte gewisse Parallelen mit dem großen FC Bayern München. In der Hinrunde das Team der Stunde und ungeschlagen, verlor man am Sonntag auf heimischer Anlage mit 0:3 gegen den FC Springe und verspielte damit Platz 1. Schlimmer noch, der SC Hemmingen-Westerfeld zog in der Tabelle vorbei, hatte aber zu diesem Zeitpunkt ein Spiel und einen Punkt mehr auf dem Konto.

Beide Mannschaften waren somit gezwungen auf Sieg zu spielen und unter den knapp 70 Zuschauern befanden sich viele bekannte Gesichter vom SC Hemmingen-Westerfeld, die unserer Eintracht die Daumen drückten. Hiddestorfs Trainer Schöndube musste in diesem so wichtigen Spiel neben den Langzeitverletzten um Kevin Leineweber auf seinen Stammtorwart Hozan Partawie verzichten, dafür rückte Max Lieseberg zwischen die Pfosten. Der aufstrebende Omed Hassanzada ist für den Rest der Saison rotgesperrt und wird ersten Schätzungen zur Folge, da er Wiederholungstäter ist, erst im Herbst diesen Jahres gegen den Ball treten dürfen. Aber auch beim TV Jahn Leveste fielen etliche Akteure aus. Entweder aus beruflichen oder eben verletzungsbedingten Gründen. So fehlte beispielsweise der Topstürmer Haken Hot, wie auch schon am Sonntag beim Duell mit Springe.

Der Favorit aus Leveste fand dabei besser ins Spiel und dominierte die erste Viertelstunde das Spielgeschehen auf einem Platz, der Bundesligareife hatte. Mit einfachsten Stilmitteln wie dem Doppelpass schaffte man es, über Außen die Gastgeber in die eigene Hälfte zu drängen. Jedoch fehlten danach entsprechende Ideen bzw. gerade Füße, den die Flanken landeten oft irgendwo im Nirgendwo, jedenfalls nicht da, wo Levestes Stürmer Bertan Torpuz stand. Auf der anderen Seite benötigte Hiddestorf ein Weilchen, um die Nervosität abzulegen und selbst aktiv zu werden. Nach gut 22 Minuten gelang über Alex Zentner der erste gute Konter der Gastgeber, der Hoffnung gab, beim schnellen Umschalten seinerseits zu Chancen zu gelangen.

Der Gast aus Leveste tat bis dahin zu wenig, um die tief verteidigenden Gastgeber ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Vor allem Adem Özdemir wusste seinen Pendant auf der anderen Seite im ersten Durchgang kaltzustellen. Die sonst so kreative Zentrale der Gäste lahmte, während die Eintracht auf Fehler und Konter lauerte. Nach einer halben Stunde war Reza Hassanzada allein auf weiter Flur, wurde aber vom Schiedsrichter wegen einer vermeintlichen Abseitspositionen wieder zurückgepfiffen. Trotzdem sorgten Konter von Stefan Gabor und Alex Zentner für Gefahr vor dem Tor der Gäste, die selbst nicht wirklich zum Abschluss kamen. Außer kurz vor dem Halbzeitpfiff, als sie es schafften, mittig vor Hiddestorfs Tor die Lücke zu finden und so aus zentraler Position zum Abschluss kamen. Zum Glück für die Eintracht rauschte der Ball Zentimeter am Pfosten vorbei. Durchatmen. Kraft tanken. Halbzeit.

Im zweiten Abschnitt schwanden bei den Gästen die Kräfte und der Tabellenvorletzte aus Hiddestorf übernahm zunehmend das Zepter. Bei Balleroberung gelang es Alex Zentner, Reza Hassanzada und Stefan Gabor, die Hintermannschaft des Tabellendritte mehrmals in Bedrängnis zu bringen. Vor allem das sonst so starke Mittelfeld Levestes war im zweiten Abschnitt nicht präsent, wodurch sich viel Raum für Hiddestorf ergab. Nach 59 Minuten sollten die Gastgeber unter tatkräftiger Mithilfe von Levestes Schlussmann Benno Bücher 1:0 in Führung gehen. Dieser konnten einen 40m-Freistoß von Marco Maaß nicht festhalten, Robin Jäger sagte ‚Danke‘ und schob locker aus 8 Metern ein. Ein Führung, die vielleicht überraschte, aber keineswegs unverdient war.

In der Folgte erhöhten die Hausherren den Druck und Leveste brach ein. Es folgte Angriff um Angriff und insbesondere Reza Hassanzada machte an diesem Tag das beste Saisonspiel! Er ging viele Wege, die Kraft raubten, leistete sich keine Unkonzentriertheiten und war im eins gegen eins den Abwehrspielern größtenteils überlegen. Abwechselnd mit Alex Zentner und Stefan Gabor attackierten sie die Levester früh in deren Hälfte und zwangen sie so zu Fehlern, die böse bestraft wurden. Nur vier Minuten nach der Führung wurde Stefan Gabor im Levester Strafraum zu Fall gebracht, den fälligen Elfmeter verwandelte Serdal Basci eiskalt und ohne mit der Wimper zu zucken.

Die Gäste hätten an diesem Tag noch Stunden spielen können, selbst ein Scheunentor hätten sie nicht getroffen. Wenn es mal nach einer Standardsituation gefährlich wurde, strahlte Schlussmann Max Lieseberg die nötige Sicherheit aus. Ohne große Spielpraxis bestach er durch zwei sehr starke Paraden, in denen er den Ball festhielt und den nachsetzenden Angreifern keine Chance gab, einen Abstauber zum vermeintlichen Anschluss zu verwerten. Mit dieser Gewissheit im Rücken spielte die Hiddestorfer Eintracht die restliche halbe Stunde ihren Stiefel runter, ohne in große Bedrängnis zu kommen. Bei besserer Chancenauswertung hätte durchaus noch ein Treffer fallen können, aber im Endeffekt spiegelt das Ergebnis auch den Spielverlauf wieder. Ein verdienter Erfolg des SVE, der sich somit aus dem Tabellenkeller befreien und sein Glück in die eigene Hand nehmen konnte, wenn man am letzten Spieltag auswärts zum TSV Groß Munzel reißt. Bei den Gäste aus Leveste sah man, dass die Belastung der letzten Wochen, in der man teilweise 4 Spiele in 7 Tagen hatte, nicht zu kompensieren war und dass nach der Niederlage die Hoffnung auf einen Aufstieg der Erkenntnis gewichen ist, dass das diese Saison nichts mehr wird. Zu stark präsentierte sich die Konkurrenz in den letzten Spielen, als dass man auf einen Ausrutscher hoffen könnte. Etwas niedergeschlagen fasste Levestes Trainer Holger Schwabe zusammen: „Der Aufstieg ist abgehakt, das wird sich Hemmingen nicht mehr nehmen lassen. Dem ersten Tor geht ein Torwartfehler voraus, vor dem Elfmeter wurde eine klare Abseitsposition übersehen. Aber was soll’s? Das war von uns heute auch einfach zu wenig.“

Der SVE indes kletterte auf den 12. Tabellenplatz und hat es in eigener Hand, den Verblieb in der Kreisliga zu sichern. Im Auswärtsspiel am letzten Spieltag in Groß Munzel würde ein Unentschieden reichen, hat man derzeit drei Zähler Vorsprung auf den Aufsteiger SG Bredenbeck, die auf den TSV Foltern treffen. Einzig im Fall einer eigenen Niederlage und zweier Siege von Bredenbeck und Barsinghausen II (zu Hause gegen TuS Harenberg) drohe der Abstieg in die Kreisklasse. Doch davon ist nicht auszugehen. Goalgetter Robin Jäger nach dem Spiel: „Das lassen wir uns nicht mehr nehmen. In Groß Munzel werden wir nicht verlieren!“ Sein Wort in Gottes Ohr…

SV Eintr. Hiddestorf – TV Jahn Leveste      2:0 (0:0)
73 Zuschauer
SV Eintr. Hiddestorf: Lieseberg, Maaß, Özdemir, Ewert, Barlak, Basci, Mauch (60. Z. Sejdic), Jäger, R. Hassanzada (89. Dönmez), Gabor, Zentner (78. Saris)
Tore: 1:0 Jäger (59.), 2:0 Basci (63., Foulelfmeter)

Mai 18

Hassanzada-Brüder entscheiden Spiel

Bei der 0:3-Niederlage in Weetzen fiel die Mannschaft nach dem Gegentor in sich zusammen – und auseinander…

Eigentlich erhoffte man sich, beim Tabellenachten aus Weetzen etwas Zählbares mitnehmen zu können. Nach drei Siegen in Folge war die Brust ausgestreckt und man wollte mehr. Schließlich stand man nun zwar über dem Strich, der Gefahr von unten war man sich jedoch stets bewusst.

Der Beginn des Spiels war recht träge für die anwesenden Zuschauer. Beide Mannschaften neutralisierten sich weitesgehend und man merkte, dass sowohl der SV Weetzen als auch die Gäste aus Hiddestorf Probleme hatten, vor des Gegners Tor zu kommen. Auf dem schwerlich zu bespielenden Platz in Weetzen reihten sich Fehlpässe an Konzentrationsfehler, Unachtsamkeiten an unerklärliche Pässe und es war keine klare Linie zu erkennen. Trost für beide Mannschaften zum Pausentee: Es stand noch 0:0-Unentschieden.
Nach dem Seitenwechsel nahm das Unheil jedoch seinen Lauf. Reza Hassanzada fasste sich ein Herz und war der Überzeugung, seinen Gegenspieler am eigenen Strafraum ausdribbeln zu können, verschätzte sich nur etwas dabei, verlor den Ball und Weetzens Patrick Sachse sagte ‚Danke‘ und erzielte das 1:0 für den Gastgeber aus Weetzen.

Wer nun dachte, der Offensivdrang der Hiddestorfer war geweckt, der musste sich mit Omed Hassanzadas Chance aus der ersten Hälfte zufrieden geben. Die Eintracht verfiel in alte Muster, wonach Absprachen und taktische Anweisungen nicht umgesetzt und stattdessen ‚wilde Sau im Nebel‘ gespielt wurde. Folge war das 0:2, erneut durch Sachse nur dreizehn Minuten später. Als dann der ältere Hassanzada-Bruder Omed kurz vor dem Ende dachte, dass man seinen Gegenspieler in den Würgegriff nehmen darf, war das i-Tüpfelchen an diesen Tag auf der verdorbenen Torte erreicht.

Es folgte das 0:3 und ein Zusammenprall, in der sich Stammtorwart Hozan Partawie verletzte und dessen Einsatz beim Spiel gegen den Tabellendritten TV Jahn Leveste fraglich ist.

SV Weetzen – SV Eintr. Hiddestorf     3:0 (0:0)
55 Zuschauer
SV Eintr. Hiddestorf: Partawie, Özdemir, Barlak, O. Hassanzada, R. Hassanzada (63. Saris), Basci, Z. Sejdic, Ewert, Maaß (70. Wellings), Gabor, Mauch.
Tore: 1:0, 2:0 Sachse (50., 63.), 3:0 Kaiser (83.)
rote Karte: O. Hassanzada (78., SV Eintr. Hiddestorf) wegen Tätlichkeit

Mai 18

Wichtiger Sieg im Hemminger Derby!

Die Eintracht hat wieder Selbstvertrauen und holt den dritten Sieg in Serie. Die Rettung naht!

Am Mittwochabend war zum Derby der SV Wilkenburg Gast auf der Sportanlage an der Ihmer Str. und musste sich der gastgebenden Eintracht mit 0:1 geschlagen geben!

Mit dem Selbstvertrauen von zwei Siegen kamen die Hiddestorfer besser ins Spiel und erspielten sich ein leichtes Übergewicht. Der Ball lief gut und man schickte sich an, den bis dato sieglosen Gästen im Jahr 2015 zu zeigen, dass auch in diesem Spiel nichts zu holen sein würde. Omed als auch sein Bruder Reza Hassanzada hatten erste Chancen für den SVE, ohne diese aber zu verwerten können. Auf der anderen Seite gelang es den Wilkenburgern nicht, zwingend in den Hiddestorfer Strafraum zu kommen.

Nach einer halben Stunde sollte Robin Jäger die Hausherren nach einem Eckball in Führung bringen. Angetrieben von Trommler Michi und seinen Komplizen schlug Zivojin Sejdic aus der Ecke der Hiddestorfer Schlachtenbummler den Ball in den Strafraum. Ein Wilkenburger stieg am höchsten und klärte den Ball – allerdings exakt in den Fuß von Dauerläufer Robin Jäger, der nicht lang überlegte und den Ball wunderbar in den Winkel schlenzte. Der Ex-Hiddestorfer Dominik di Figlia konnte der Flugbahn nur geschlagen hinterher blicken. Experten anderer Vereine und Zuschauer stritten dabei, ob der Ball haltbar war oder nicht. Co-Trainer John Fogarty dazu: „Kein Vorwurf, der war sauber in den Knick geschlenzt.“

Mit der Führung im Rücken ging es in die Pause und da schien es, als hätten die Hiddestorfer Schlafmittel bekommen. Nach der Pause drückten die Gäste auf den Ausgleich und es brannte lichterloh im Hiddestorfer Strafraum. zugleich wusste man aber auch, wo das große Manko des SVW lag. „Wir waren vorm Tor nicht zwingend genug. Bei unserer Chancenanzahl muss auch mal so ein Ding reingehen“, ärgerte sich Fogarty auf Seiten der Gäste.

Somit blieb es bis zum Ende, wenn auch etwas glücklich, beim 1:0 für den SVE, der damit erstmals auf einen Nichtabstiegsplatz sprang. Die Freude war bei allen riesengroß!

SV Eintr. Hiddestorf – SV Wilkenburg     1:0 (1:0)
76 Zuschauer
SV Eintr. Hiddestorf: Partawie, Özdemir, Barlak, O. Hassanzada (56. Zentner), R. Hassanzada, Z. Sejdic (72. Mauch), Basci, Gabor (90.), Jäger, Maaß, Ewert.
Tore: 1:0 Jäger (31.)
rote Karte: Hasani (85., SV Wilkenburg) wegen Beleidigung

Mai 08

Die Hafeneinfahrt in Sichtweite

Nach dem ersten Sieg in Gestorf legte die Hiddestorfer Eintracht nach und konnte auf eigenem Platz die SG Bredenbeck mit 3:2 besiegen. Das rettende Ufer ist nah…

Die Hiddestorfer haben das Fußball spielen nicht verlernt und schöpfen nach dem zweiten Sieg in diesem Jahr Hoffnunf auf den Verbleib in der Kreisliga. Daheim gegen die SG Bredenbeck musste Trainer Heiko Schöndube allerdings auf Sturmtank Alex Zentner verzichten, für ihn spielte Stefan Gabor aus der zweiten Mannschaft von Beginn an. Ansonsten vertraute Schöndube der Elf, die am Wochenende den ersten Dreier 2015 in Gestorf holte.

Der Beginn des Spiels begann mit einem Schock. Die rund 43 Zuschauer waren Zeuge einer Slapstickeinlage unter dem Motto „nimm Du ihn, ich hab ihn sicher“. Ein langer Abschlag springt zwischen Kapitän Marco Maaß und Manndecker Adem Özdemir auf, beide schauen sich an, sprechen sich aber offensichtlich nicht ab. Bredenbecks Jan-Henrik Lösch, vor dem man noch vor dem Spiel warnte, sagte „Danke“, spurtete zwischen den beiden Verteidigern durch und schloss eiskalt zum 0:1 für die Gäste aus Bredenbeck ab – da waren gerade einmal 3 Minuten gespielt. Alle Apelle zu 90-minütiger Konzentration scheinen in Hiddestorf diese Saison nicht zu fruchten. Nur fünf Minuten nach dem Rückstand konnte sich der Gastgeber bei Bredenbecks Jan Thiedau bedanken, der im eigenen Strafraum gegen Stefan Gabor zu ungestüm zu Werke ging. Dem Schiedsrichter Tim-Ihbe-Frerich Visser blieb nichts anderes übrig, als auf den punkt zu zeigen und den Gastgebern einen Strafstoß zuzusprechen. Diesen verwandelte Serdal Basci eiskalt zum 1:1-Ausgleich (8.). In der Folge waren sowohl die Hiddestorfer als auch die Bredenbecker darauf bedacht, so wenige Fehler wie möglich zu machen und die flotte Anfangsphase von beiden Mannschaften  verebbte. So lag der Fokus jeweils auf der eigenen Defensive, ehe sich Reza Hassanzada ein Herz nahm und aus der zweiten Reihe einfach mal abzog. Gleichzeitig ollte dies der Weckruf für die Offensive der in blau-rot spielenden Gäste sein, die fortan auch mehr nach vorne investierten, außer zwei Distanzschüssen aber nichts vorzuweisen hatten. Als dann alle schon mit dem Halbzeitpfiff rechneten, segelte eine Freistoßflanke von Marco Maaß in den Strafraum der Bredenbecker Verteidigung. Dort hätte Bredenbecks Björn Winter im Tor einfach mal einen Muks von sich geben sollen, dann wäre es mit dem Unentschieden in die Pause gegangen. Er schwieg aber, sodass Florian Kupsch die Flanke irgendwie klären wollte, blöderweise aber eine zu geringe Sprungkraft und vor allem eine miserable Strafraumorientierung besaß und so den Ball zum 2:1 für die Eintracht ins Netz köpfte. Ein kapitaler Fehler, der die Gastgeber zu einem psychologisch günstigen und wichtigen Zeitpunkt in Führung gehen ließ.

Im zweiten Abschnitt strotzte der SVE nur vor Selbstvertrauen und lauerte auf Fehler der Gäste. Anstatt sich hinten einzuigeln und ein Bollwerk zu errichten störte man Bredenbeck ab der Mittellinie und setzte immer mal wieder den einen oder anderen Nadelstich mit einem schnellen Konter. Omed Hassanzada war es dann vergönnt, das entscheidende 3:1 zu schießen und die Führung auszubauen. Generell zeigt Omed nach seiner Rotsperre regelmäßig ansprechende Leistungen, in denen er sich selbst stets mit einem Tor belohnt und so im Abstiegskampf zu einem wichtigen Eckpfeiler der Mannschaft wird. Bezüglich dieser Personalie sollte der Verein alles daran setzen, Omed auch zukünftig an den SVE zu binden! Denn erst kürzlich äußerte Rezas Bruder in dieser
Stadionzeitschrift „Halbzeit“ Abwanderungsgedanken zum Saisonende. Wo er mit den Gedanken kurz nach seinem Führungstreffer zum 3:1 war, als er alleine auf Bredenbecks Torwart zulief, jedoch viel zu überhastet abschloss, muss mir auch noch einmal einer verraten. Da hatte er seinen zweiten Treffer zum möglichen 4:1 schon auf dem Präsentierteller liegen, den er aber aus welchen Gründen auch immer ablehnte.

Mit einer beruhigenden 2-Tore-Führung im Rücken kam Armel Entse Oboma für Zivojin Sejdic in der 63. Spielminute zu seinen ersten Pflichtspieleinsatz für die erste Herren in dieser Saison und spätestens mit der Einwechslung von Christopher-Sean Wellings für eben erwähnten Omed Hassanzada stellte Trainer Schöndube die Weichen auf Verteidigung. Denn auch er registrierte, dass die Gäste vom Deister wieder mehr für die Offensive taten, die Entlasungsangriffe der Seinen aber zu oft zu hektisch und ungenau waren. So wollte man die sicher geglaubten drei punkte frühzeitig eintüten und den Gästen gar nicht erst die Gelegenheit geben, noch auf einen Punktgewinn zu hoffen. Sieben Minuten vor dem Ende sorgten erneut Bredenbecks Jan-Henrik Lösch für Staunen, vor allem bei den eigenen Anhängern der Rot-Blauen. Seinen zweiten Treffer erzielte der ältere der beiden Lösch-Brüder, der von seinen Freunden auch „Hütchen“ gerufen wird, mit dem Kopf und bei einer Körpergröße die knapp die eines Gartenzwerges übersteigt hat das schon etwas zu heißen. Es war ein perfekt gespieleter Angriff der Gäste, aus der Zentrale auf die linke Seite verlagert, per Doppelpass den Hiddestorfer Verteidiger ausgespielt und dann eine messerscharfe Flanke genau in den Lauf von „Hütchen“ gespielt, der gar nicht anders konnte als den Kopf hinzuhalten und das Leder in den Maschen zu versenken.

Solltes doch noch einmal spannend werden? Bredenbeck probierte es nun mit der Brechstange, der SVE jedoch ließ sich davon nicht einschüchtern und nahm immer wieder Zeit von der Uhr. Als dann Hiddestorfs Ikone Moritz Mauch an der Seitenlinie zum Wechsel bereit stand, initierte Ersatztorwart Lieseberg, der verletzt fehlte, am Seitenrand einen „Amore“-Wechselgesang zusammen mit Trainer und Spielern der zweiten Herren und es war der größte Stimmunsdurchbruch im Ort seit Jahren. Alles in freudiger Erwartung des Schlusspfiffes, der nicht einmal 100 Sekunden nach der Einwechslung ertönte und dem Tabellenletzten aus Hiddestorf drei Zähler im Kampf um den Nichtabstieg brachte. Schlussendlich ein verdienter Sieg, der den Sieg in Gestorf veredelte und somit die Hiddestorfer Kogge weiter Richtung sicheren Hafen brachte, der nach der Durchquerung der Nebelbank fortan direkt vor den Augen liegt.

SV Eintr. Hiddestorf – SG Bredenbeck     3:2 (2:1)
43 Zuschauer
SV Eintr. Hiddestorf: Partawie – Maaß,
Z. Sejdic (63. Entse Oboma), Özdemir,
Barlak (90. Mauch), Jäger – Basci, Ewert,
O. Hassanzada (79. Wellings), R. Hassanzada – Gabor
Tore: 0:1 J. Lösch (3.), 1:1 Basci (8.), 2:1 Kupsch (45., Eigentor), 3:1 O. Hassanzada (55.), 3:2 J. Lösch (83.)
gelbe Karte: Ewert, R. Hassanzada, Özdemir

Mai 08

Der Patient lebt noch…

VON MAX LIESEBERG

Im wegweisenden Spiel in Gestorf holte die Hiddestorfer Eintracht ihren ersten Sieg 2015!

Im vorentscheidenen Duell gegen Gestorf ging es um alles oder nichts. Bei einer Niederlage hätte man das Ticket Richtung Kreisklasse inklusive Frühbucherrabatt schon buchen können. Aufgrund der Tabellensituation war es nicht nur das berühmt, berüchtigte 6-Punkte-Spiel, es ging um die bis dato im jahr 2015 sieglose Hiddestorfer Eintracht um alles!

Die Gäste aus Hiddestorf hatten anscheinend auch verstanden, worum es geht und legten los wie die Feuerwehr. Gestorf schien ziemlich beeindruckt und trat als Heimmannschaft erschreckend schwach auf. Die erste Chance des Spiels hatte Zivojin Sejdic, der eine Hereingabe von außen abschloss, aber nicht im Tor der Gestorfer unterbringen konnte. In der 26. Spielminute sollte der Tabellenletzte das erste Mal jubeln dürfen. Aus einer schier unmöglichen Freistoßsituation bewies Alexander Zentner, warum er führender Torschütze der Gäste ist. Er zirkelte einen Freistoß unter tatkräftiger Mithilfe deren Schlussmannes Kai Achilles ins lange Ecke zum 0:1. Doch wie wir aus den vergangenen Spielen wissen, sollte der SVE davon nicht gerade gestärkt herrvorgehen. Bis zum Halbzeitpfiff erkämpfte man sich die Null und man war sichtlich erleichtert, als es zum Pausentee ging.

In der Halbzeit schien Trainer Heiko Schöndube jedenfalls die richtigen Worte gefunden zu haben, denn von Verunsicherung war nach Wiederanpfiff nichts mehr zu spüren. Mit breiter Brust spielte der Gast auf und es dauerte immerhin 20 Minuten, bis Omed Hassanzada das vorentscheidende 2:0 für die Eintracht erzielen konnte. Nach einem Eckball schaltete er im Gewühl am schnellsten.
Wenn es dann läuft, dann richtig! Torflüsterer war hierbei Frank Wauschkuhn, der bei Heimspielen sonst immer für die leckeren Würste zuständig ist. Er befahl von außen, dass Marco Maaß einen Freistoß aus ca. 45 Metern direkt aufs Tor bringen sollte. Warum, sollte sich spätestens dann zeigen, als erneut Gestorfs Torwart, vermutlich von der Sonne geblendet, daneben griff. 0:3 aus Sicht der Gastgeber.

Kurz vor Schluss schloss Reza Hassanzada einen mustergültig vorgetragenen Angriff per Kopf zum 4:0 ins Tor ab. Sein Kopf nahm noch eine intensive Prüfung des Pfostens vor, nach kurzem Schütteln ging es aber für ihn weiter. Am Ende blieb ein 4:0-Auswärtserfolg bei einem direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt, der Mut macht, für die kommenden Aufgaben. Gestorfs Trainer Peter Baron quittierte die deutliche Heimklatsche gegen den Tabellenletzten mit folgenden Worten: „Wir haben auch in dieser Höhe absolut verdient verloren. Mit solch einer Leistung haben wir nichts in der Kreisliga verloren.“
Mit diesen wichtigen drei Punkte im Rücken sollte die Mannschaft selbstbewusst ins heutige Duell mit der SG Bredenbeck gehen. Nur ungern erinnern wir uns an das desaströse 0:5 im Hinspiel, wo Max Lieseberg zu seinem einzigen Einsatz zwischen den Pfosten kam. Heute besteht die Möglichkeit zur Revanche! Und Trainer Schöndube ist optimistisch: „Die Mannschaft lebt. Wir haben uns noch nicht aufgeben.“ Also Jungs, holt die 3 Punkte!

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TSV Gestorf – SV Eintr. Hiddestorf     0:4 (0:1)
SV Eintr. Hiddestorf: Partawie – Maaß, Z. Sejdic (80. Gabor), Özdemir, Barlak (85. Volokidin), Jäger – Basci, Ewert, O. Hassanzada, R. Hassanzada – Zentner (86. Dönmez)
Tore: 0:1 Zentner (26.), 0:2 O. Hassanzada (66.), 0:3 Maaß (70.), 0:4 R. Hassanzada (83.)
gelb-rote Karte: Sterling (85., Gestorf) wg. wiederholtem Foulspiels.